Piz Palü
Die Diva der Alpen

Piz Palü in Pontresina im Engadin

Er leuchtet im Sonnenlicht, ruft und lockt. Manchmal bedeckt er sich mit einem schleierartigen Nebelchen. Der Piz Palü gibt sich wie eine schöne Frau, die genau weiss, wie schön sie ist und wie sie ihre weiblichen Reize einsetzen muss. Und noch eine Gemeinsamkeit: Der 3901 Meter hohe Berg, der zur Berninagruppe der Ostalpen gehört, lässt sich nicht einfach erobern. Wissen, Einfühlungsvermögen und Können vorausgesetzt – ganz ladylike eben. 

Der Piz Palü gilt als schönster Gletscherberg der Welt.

Schönster Gletscherberg im Engadin

Mit seinen drei Gipfeln und vier nordseitig eingelagerten Hängegletschern gilt der Palü als einer der schönsten Gletscherberge überhaupt. Wer hier das Gipfelglück erlebt, schwärmt sein Leben lang davon. Denn man muss es sich mit Ausdauer und Geschicklichkeit verdienen. Der spaltenreiche Zustieg über den Persgletscher hat es in sich und ist nur mit Steigeisen, Pickel und Seilen machbar. Zudem fordern die vorgelagerten Pfeiler und Hängegletschter Tourengänger heraus. Die Bergsteigerschule Pontresina kennt die Route nach oben und bietet geführte Touren an – privat oder in Gruppen. 

Aussichtsplattform beim Berghaus Diavolezza

Wer sich den Piz Palü mit seinem ewigen Eis lieber auf gemütliche Art und Weise ansehen möchte, nimmt die Luftseilbahn hinauf zum Berggasthaus Diavolezza. Dort steht eine Aussichtsplattform, die Gäste förmlich über dem Gletscher schweben lässt. Und dabei auch beste Ausblicke auf den 3900 m hohen Hauptgipfel des Piz Palüs (Muot dal Palü) gewährt. Das Palü-Massiv befindet sich etwa 13 km südsüdöstlich von Pontresina entfernt, von wo aus man es betrachten kann. 

Filmstar Piz Palü

Was viele nicht wissen: Der Palü diente schon früh als Filmkulisse. „Die weisse Hölle vom Piz Palü“ ist ein erfolgreiches deutsches Bergfilmdrama von Arnold Fanck und Georg Wilhelm Pabst. Die Dreharbeiten des Stummfilms fanden von Januar bis Juni 1929 statt. Die beeindruckende Bildsprache und die spektakulären Naturaufnahmen ziehen den Zuschauer noch heute in ihren Bann. Der Film zeigt die Bernina-Bergwelt mit all ihren Reizen. Aber auch mit all ihren Gefahren. Übrigens: Für möglichst realistische Aufnahmen liess der Regisseur seine Crew monatelang bei Eiseskälte und unter grössten Strapazen in den Gletscherwänden des Piz Palüs drehen. Alles sollte echt wirken – auch die Emotionen der Schauspieler. Um der aufspielenden Leni Riefenstahl Angst ins Gesicht zu zaubern, liess er sogar ohne ihr Wissen eine Lawine lostreten und auf den Drehort stürzen.