Camerata Pontresina

Es ist Mittwochmorgen an einem wolkenlosen Tag Ende Juli. Die Luft im Taiswald ist noch frisch, doch die Sonnenstrahlen tanzen schon durch die Nadelbäume, während die Vögel zwitschern und die Eichhörnchen flink über die Wanderwege huschen. Es ist 10:58 Uhr, das Konzert fängt schon bald an. Und dann hört man auch schon die ersten Klänge! Aber… Ist das etwa der Titelsong von «Pirates of the Caribbean»?
Frischer Wind für alte Noten
Es ist keine Seltenheit, dass Musik den Taiswald bei Pontresina mit Leben erfüllt. In diesem Wald umschmeicheln einen im Sommer jeden Morgen erfrischende Klänge. Diese Verbindung von Musik und Natur schafft ein einzigartiges Erlebnis, das sowohl Herz als auch Sinne berührt. Die ersten Auftritte des damaligen Kurorchesters gehen auf das Jahr 1910 zurück. Das Kurorchester Pontresina überlebte zusammen mit dem Salonorchester St. Moritz und ist heute eines der wenigen existierenden europäischen Salonorchester. 1984 übernimmt Flötist Dr. Jürg H. Frei die Leitung und modernisiert das Repertoire mit neuen Interpretationen und Experimenten und setzt auf ein familiäres Betriebsklima und künstlerische Komplizenschaft. Nach über 30 Jahren gibt er seinen Job weiter. Unglaubliches hat er in all diesen Jahren geleistet: Sowohl künstlerisch als auch administrativ für das Gesamtdispositiv zuständig, organisierte er allein über 200 Konzerte an drei Orten, die alle perfekt aufeinander abgestimmt waren. Und dies Saison für Saison.