Val Morteratsch – Von Gletschern erschaffen

Nächster Halt: Morteratsch. Die Züge der Rhätischen Bahn bringen Gäste direkt bis zum Eingang dieses ursprünglichen Seitentals. Auch eine Langlaufloipe von Pontresina führt im Winter hierher. Das Tal selbst ist dann Schauplatz für die längste Gletscherabfahrt der Schweiz.

Wer den Zauber des verschneiten Val Morteratsch ganz entspannt erleben möchte, kann auf dem Gletscherweg Morteratsch auch im Winter direkt von der Haltestation aus hinauf ins Tal wandern. An 16 Stationen informiert er über den Morteratschgletscher, der sich über die letzten Jahrzehnte immer weiter zurückgezogen und eine archaisch wilde Landschaft preisgegeben hat. Durch das Kinderbüchlein “Sabis grosser Traum” ist er auch ideal für Familien. Ein Highlight im Sommer ist die Alp-Schaukäserei Morteratsch.

Die Natur lässt sich in einem der ältesten Klettergärten des Engadins geniessen oder in Wanderschuhen: etwa auf dem kurzen Wasserfallweg Cascada da Bernina, entlang eines zauberhaft abwechslungsreichen und kaskadenartigen Wasserfalls. Oder auf einer Tagestour zur Chamanna da Boval, eine SAC-Hütte die ein spektakuläres Panorama auf die Erlebnisregion Bernina Glaciers bietet. Einen ganz eigenen Zauber hat das Val Morteratsch im Herbst, wenn die Lärchen in warmen Farben leuchten.

Touren-Tipps

Wasserfallweg Cascada da Bernina

Mehr erfahren

Gletscherschwund

Nur wenige hundert Meter war der Morteratschgletscher vom Bahnhof entfernt, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Berninabahn ihren Betrieb zwischen Pontresina und Italien aufnahm. Seitdem ist der Weg immer weiter geworden: Rund 2,5 Kilometer hat sich die Eismasse durch den menschengemachten Klimawandel zurückgezogen. Wo das Eis schmilzt, entsteht neues Leben: Wer heute das Val Morteratsch hochwandert, kann miterleben, wie sich die Natur hier über Jahrzehnte entwickelt hat. Es ist eine Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart: Unten, wo der Boden schon lange fruchtbar ist, wachsen Arven, Lärchen, Alpenrosen und Heidelbeeren. Gegen oben wird die Vegetation immer weniger üppig, aber von einer umso zauberhafteren Biodiversität. Spärlich sowie archaischer wirkt hier alles – und auch die letzte Flora weicht am Ende einer Welt ganz aus Fels und Eis.

Übernachtung & Restaurant