Findling crap grand

Crap Grand Wildwasserschlucht

Ein wissenschaftliches Rätsel

Warum liegt dieser grosse Stein mitten im Wald? Wie kam er hierher? Der Gletscher hatte ihn verfrachtet und liegengelassen, als sich die Eismassen wieder zurückzogen. Ein sogenannter Findling. Zugegeben: Im Gletscherdorf Pontresina sind Findlinge nicht ganz so spektakulär wie im Mittelland, wo sie hunderte Kilometer vom Ursprungsgebiet entfernt liegen. Umso bemerkenswerter ist der Arven- und Lärchenwald rund um den Stein. Weil junge Arven und Lärchen ziemlich viel Licht benötigen, sind die Bäume locker, fast parkartig angeordnet. Darum ist es auch so schön, hier durch den Wald zu spazieren. Möchten Sie mehr über Arven und Lärchen erfahren und wissen, warum Findlinge lange ein wissenschaftliches Rätsel waren?

Dem Gletscher auf der Spur

In Pontresina sind die Spuren der Gletscher, die sich einst kilometerdick durch die Täler schoben, auf Schritt und Tritt zu sehen. Sie liessen nicht nur Findlinge wie diesen schönen Brocken zurück, sondern formten auch die breiten U-Täler Val Morteratsch und Val Roseg. Diese vereinen sich am Talende über das mächtige Berninamassiv, wo das «Ewige Eis» tapfer gegen die Erderwärmung kämpft. Noch ist es da, das Gletschereis, an hohen Flanken hängend und als Eisstrom fliessend. Entdecken Sie die Attraktionen im Erlebnisraum Bernina Glaciers, wo die Gletscherwelt sichtbar, spürbar und sogar begehbar wird.

Pers- und Morteratschgletscher ©Foto Flury, Inh. Alfred Lochau, Pontresina
Pers- und Morteratschgletscher ©Foto Flury, Inh. Alfred Lochau, Pontresina
Vogelfüttern im Taiswald
Vogelfüttern im Taiswald
Vogelfüttern im Taiswald

Wie geschaffen zum Wandern

Wir stehen mitten im Taiswald, ein Arven-Lärchenwald, wie er typisch für das Engadin ist. Die knorrigen Arven und eleganten Lärchen lassen viel Platz um sich, dadurch wachsen viele Sträucher und Stauden auf dem Waldboden wie wilde Heidelbeere oder Alpenrose. Der Wald ist lichtdurchflutet und wie geschaffen zum Spazieren und Wandern. Dabei begegnet man Eichhörnchen und zahlreichen Singvögeln, die einem sogar aus der Hand fressen. Und mit etwas Glück sieht man auch mal ein Reh vorbeihuschen.

Morteratsch
Arvenweg

Verspielte Arven und Lärchen

Andernorts stehen Arven-Lärchenwälder oft an steilen Hanglagen, denn sie wachsen erst ab einer Höhe um 1700 m.ü.M. Arven und Lärchen bilden den letzten Waldgürtel, bevor sie den Alpweiden Platz machen. Das Besondere in Pontresina und dem Engadin: Dank der aussergewöhnlichen Höhenlage und dem weiten Talboden kann man diesen besonders malerischen Waldtyp auch gemütlich in der Ebene durchstreifen. In tiefer gelegenen Bergtälern dagegen dominieren oft dunkle Fichten, die ernst und eng beieinanderstehen.

Tägliche Morgenkonzerte seit 1910

Apropos spielen: Ganz in der Nähe wird gerne Musik gespielt. Kammermusik genau gesagt. Im Sommer erklingt sie jeden Tag durch den Taiswald, von 11.00 bis 12.00 Uhr, sofern das Wetter es erlaubt. Die Morgenkonzerte der Camerata Pontresina sind kostenlos und eine wunderbare Tradition, die im Sommer 1910 ihren Anfang nahm. Bei schlechter Witterung finden die Konzerte im Kultur- und Kongresszentrum Rondo oder in der Kirche San Niculò statt.

Camerata Pontresina
Camerata Pontresina

Widerstandsfähige Arven und Lärchen

Warum können Arven und Lärchen höher steigen als Fichten? Wie überstehen sie Temperaturen von -30°C? Die Lärche macht es sich einfach: Sie wirft im Herbst einfach ihre empfindlichsten Planzenteile ab. Wie ein Laubbaum entzieht sie den Nadeln das Blattgrün (Chlorophyll); in der Folge leuchten diese herrlich gelb und rot, bevor sie zu Boden fallen. Die Arve hat eine andere Strategie: Sie versteht es, den Zellsaft ihrer Nadeln so einzudicken, dass er auch in eisigen Winternächten nicht gefriert. Übrigens: Wissenswertes über Arven und Lärchen erfahren Sie auch auf den drei Arvenwegen hier im Taiswald.

Arven und Lärchen
Arvenweg

Fremdlinge aus Stein

Zurück zum Findling. Diese mächtigen Gesteinsbrocken bildeten oft sagenumwobene Orte. Nicht unbedingt in Pontresina, aber im Mitteland, wo sie lange Zeit ein rätselhaftes Phänomen blieben. Sie waren nicht nur optisch auffällig, sondern Fremdlinge, die von weit herkamen. Denn ihre mineralogische Zusammensetzung passte partout nicht zum Boden, auf dem sie lagen. Wie also kamen die tonnenschweren Brocken an ihren Ort, wo sie offensichtlich nicht hinpassten? Von Riesen durch die Luft geschleudert? Von Vulkanen ausgespuckt? Durch die Sintflut herbeigeschwemmt?

Vom Findling zur Eiszeit-Theorie

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten Naturforscher eine plausiblere Erklärung: Dereinst mussten Gletscher weite Teile der Alpen und Nordeuropas überzogen haben. Die fremden Steinblöcke wurden durch diese gewaltigen Eisströme transportiert und beim Abschmelzen liegengelassen. Die heute allgemein anerkannte Eiszeit-Theorie. Findlinge sind wichtige Zeitzeugen, die aufzeigen, wie weit sich das Gletschereis dereinst ausgedehnt hatte. Markante und bedeutende Exemplare stehen oft unter Schutz.

Wildwasserschlucht

Wildwasserschlucht Ova da Bernina

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